Anreise mit dem Schiff

 

05.30 Uhr, der Dachgepäckträger wird montiert, dann beginnt die Reise. In Deutschland geht die Fahrt zügig voran, doch nach der holländischen Grenze ist es vorbei mit der Herrlichkeit.

Trotz Warnungen von Bekannten fahren wir die Strecke über Groningen nördlich weiter auf dem Damm über das Ijsselmeer. Umleitungen und viele Staus, Alkmaar ist eine schlecht ausgeschilderte Katastrophe. Dennoch erreichen wir den Felison Terminal in Amsterdam/Ijmuiden rechtzeitig.

 



 

Das Einschiffen scheint endlos zu dauern, doch endlich stürmen wir neugierig unsere 4-Mann Standardkabine auf der Prince of Skandinavia. Es ist genug Platz für 2 Erwachsene und 2 Kinder für eine bequeme Übernachtung vorhanden. Dusche und Klo sind sauber und zweckmäßig.

Gespannt verfolgen wir das Ablegen des Schiffes. Im Rückwärtsgang verlässt es den Terminal und nach einer halben Drehung geht es endlich los in Richtung Newcastle.

Die Prince of Skandinavia



Das Abendessen - ein Dinnerbuffet - ist reichhaltig und gut. Danach sind wir so gesättigt, dass wir an irgendwelchen Aktivitäten oder Unterhaltungen an Bord nicht mehr interessiert sind, sondern nur noch in der Kabine faulenzen oder kurz an Deck etwas Seeluft schnuppern oder das Schiff inspizieren.

Wider Erwarten ist die Luft in der kleinen Kabine recht gut, die kleine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass die verbrauchte Luft schnell erneuert wird.

Die See ist in dieser Nacht ruhig, die Tabletten gegen Seekrankheit werden nicht benötigt und wir finden alle genug Schlaf.

Am nächsten Morgen machen wir uns frisch und stürmten das Frühstücksbuffet im 'Seven Seas Restaurant'.

Auch hier bleiben keine Wünsche offen und gestärkt gehen wir an Deck um Ausschau nach Newcastle zu halten. Die Lautsprecherdurchsage fordert in 3 Sprachen auf, sich zu den Wagen zu begeben.

Kabine auf der Prince of Skandinavia

Auf nach Newcastle

Wir landen bei strahlendem Sonnenschein an den Royal Quays und nun folgt das, vor dem mir am meisten graut: durch Newcastle hindurch auf die A696 in Richtung Jedburg zu gelangen.

Der Linksverkehr ist an diesem heißen Tag nicht so sehr das Problem, vielmehr sind es die üblichen Probleme, sich in einer fremden Stadt im dichten Verkehr zurechtzufinden. Kompliment an die dortigen Autofahrer, sie sind sehr rücksichtsvoll.

Wir folgen dem Wegweiser in Richtung Flughafen und als wir den kleinen Ort Ponteland erreichen, ist das Schlimmste geschafft.

Die Spannung steigt und die Kinder fragen immer wieder, ob wir schon in Schottland sind. Die Landschaft wird nun hügeliger und lässt uns die langweilige und mühselige Strecke durch Holland vergessen. Immer atemberaubender wird die Landschaft, es geht auf und ab.

Der Pier von Newcastle


Ankunft in Schottland

 

Endlich wieder in Schottland

 

Da ist er endlich: der schottische Grenzstein. Ein Dudelsackspieler macht gerade Mittagspause.

Wir passieren Jedburgh und nach einer weiteren turbulenten Berg- und Talfahrt erreichen wir den nächsten Knackpunkt, nämlich Edinburgh. Relativ schnell finden wir die Brücke über den Firth of Forth, die Bucht der 4 Clans, die vor langer Zeit hier einmal herrschten.

 

 

 

Für 80 Pence dürfen wir die Hängebrücke passieren. Weiter geht es auf der M90, vorbei am Loch Leven, dessen Anblick die Vorfreude auf das schottische Abenteuer weiter steigert.


Nun folgt Perth und wir sind auf der A9, meiner alten Trampstrecke der ersten Schottlandreise. Je weiter wir uns dem Ziel nähern, desto länger scheinen die Meilen zu werden. Dunkeld, Ballinluig, dann endlich Pitlochry.

 

Edinburgh im Regen River Garry

Da taucht es auf: das langersehnte Hinweisschild zum Loch Rannoch. Ein kurzer Stopp auf der Brücke über den River Garry, eine CD mit der richtigen Musik eingelegt, und es geht weiter auf der B8019 am Loch Tummel vorbei.

Die Fahrt auf der schmalen Strasse ist unvergesslich: links geht es steil hinunter zum Loch, rechts sind schroffe Felsgesteine und Berge.

Mal taucht ein Staudamm zwischen den Bäumen auf, dann geht es vorbei an kleinen Häuschen, die wie Hexenhäuser im Märchen wirke

 

Als der Schiehallion in Sicht kommt, sind wir in guten Händen, denn hinter uns fährt ein Jeep der Forest Commission.

Endlich erreichen wir Kinloch Rannoch und mein Herz jubelt. Alles sieht auf den ersten Blick aus wie früher.

Mein Lieblingsort: Kinloch Rannoch

die Brücke - im Hintergrund der Schiehallion

Gerne wäre ich in den urigen, alten Pub No. 2 eingekehrt, in dem wir schon so viele lustige Abende verbracht und neue Freunde gewonnen hatten.

Im BunrannochHotel hat jedoch einigen Jahren ein Brand gewütet, der merkwürdigerweise nur die gesamte Dachpartie auf einer Länge von 40 Metern vernichtet hat.

In der Ferne lockt der Craig Varr, von dem aus man eine gute Aussicht auf Kinloch Rannoch und den Loch Rannoch hat.

Weiter geht es an der Nordseite des Loch Rannochs, vorbei an einem protzigen Hotel mit 'Outdoor Activity' und Trockenski-Piste.

Craig Varr

ehemals McKersher & McNaughton

Es geht an Clach na b' Jobairte entlang zur großen Powerstation Aulich. Die B846 führt uns nun ein Stück auf fast gerader Strecke an der Learan Farm vorbei.


Nach wenigen Minuten erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein das alte schottische Jagdschloss Talladh-A-Bheithe.

Es ist um 1840-1850 erbaut und sieht einfach spannend aus. Innen ist es im alten Stil (Adam Style) eingerichtet, draußen gibt es einen riesigen Park, Liegewiesen und eine herrliche Gartenterrasse.

Direkt gegenüber dem Eingang ist ein kleiner Steinstrand, an dem man Angeln kann oder Lagerfeuer machen. Nachdem wir von Herrn Ludwig, einem Deutschen aus Mainz, begrüßt werden, ziehen wir für die nächsten Wochen in Cottage No. 2.

Talladh-A-Beithe

Cottage No. 2

Die Mauern dieses kleinen Nebengebäudes sind, wie alle anderen Mauern des Schlosses, etwas mehr als 60 cm dick und dadurch ist es angenehm kühl im Haus.

Am Abend können wir nach langer Zeit endlich wieder ein Lagerfeuer am Loch Rannoch anzünden.

Völlig verraucht und müde steigen wir irgendwann in die Betten und genießen eine sehr ruhige Nacht. Die Bettwäsche ist gewöhnungsbedürftig, Frotteebezüge und harte Kissen sind nicht jedermanns Sache.


Rundreise um den Loch Rannoch

am Loch Rannoch

Am nächsten Tag folgt die lang ersehnte Rundreise um den Loch Rannoch. Von dem verträumten Ort Kinloch Rannoch aus starten wir in Richtung Süden.

Bei dem kleinen Denkmal, das an den ersten Weltkrieg erinnert, befindet sich ein kleiner Strand, vom dem aus man einen Ausblick auf das gesamte Loch hat.

Es geht die Südseite des Lochs entlang und dort, wo der Blackwood of Rannoch beginnt, halten wir kurz, um noch einmal einen Blick auf die versteckte Stelle zu werfen, wo wir auf den Schottlandreisen 3,4 und 5 gezeltet hatten.

Es dauert, bis wir unseren alten Lagerplatz wieder finden. Es ist moderiger hier als auf den allerersten beiden Schottlandreisen, die immerhin schon einige Jahre zurückliegen, auch haben wir nie so viele Midges getroffen.

Richtung Kinloch Rannoch

Abendstimmung am Loch

Dieses Mal ist es besonders schlimm, obwohl die Wetterlage in den vergangenen Monaten trocken und heiß und somit keine gute Grundlage für Midges war.

Ob es wohl daran liegt, dass im Norden Schottlands riesige Flächen Wald abgeholzt wurden und die Midges sich ihre Wälder zurückholen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Straße führt weiter nach Carrie. Ein kleiner Wildbach unter der Brücke lädt zu einer kleinen Reiseunterbrechung ein.

Dann erreichen wir die Stelle, an der mein Freund Michi und ich im Jahr 1972 das allererste Mal gezeltet hatten. Die riesige, alte Pinie von 1972 am Loch Rannoch steht noch immer an ihrem Platz. Ihre knorrigen Wurzeln umspannen nun eine Fläche von 12 Quadradmetern.

die Brücke bei Carie

Nahe der alten Kiefer

Der Stamm ist inzwischen so dick, dass ich ihn mit beiden Armen nicht einmal halb umspannen kann. Die gesamte Südseite des Lochs ist in den letzten Jahren auch hier so sehr vermodert, dass auf dieser Seite Wildzelten nur eingeschränkt zu empfehlen ist.

Vorbei geht es an der Rannoch School - die schon vor Jahren geschlossen wurde - weiter zur kleinen Halbinsel Eilean Mor. Über Croiscrag geht es nach Finnart Lodge.

Von hier aus hat man einen prima Ausblick auf auf die Insel Eilean nam Faoileag - was auf Gälisch soviel wie Möveninsel bedeutet - ein Turm mitten im Wasser.

Wir hatten diese Insel schon einmal mit einem Boot besucht und statt Schätzen und Geheimnissen nur ein altes, kleines Gemäuer und massenhaft Insekten gefunden. Wozu war diese Insel gebaut worden? Wir erfahren von einem Anwohner, dass hier MacGregor, besser bekannt als 'Rob Roy' gefangen gehalten wurde.

Eilean nam Faoileag

am River Gaur

Wir kommen an einer alten Kirche hinter Little Finnart vorbei. Weiter geht es an einer kleinen, ärmlichen Schule bei den Rannoch Barracks vorbei, über die Bridge of Giaur links ab auf die B846.

Nun folgt die wunderschöne Strecke entlang des Gaur in Richtung Rannoch Station. Die Fluten des River Gaur laden so richtig dazu ein, die Füße zum Abkühlen hineinzustecken.

Der nächste Halt ist die Powerstation von Gaur.

Hier führt ein Fußweg hoch zum Damm. Oben angekommen, ist man plötzlich auf Höhe der Wasserlinie des kleinen Loch Eigheach.

Zur linken Seite hingegen geht es steil den Damm hinab.

Powerstation Gaur wird erklettert

Doire na h-Innes

Weiter geht die Reise am Loch Eigheach entlang zu der kleinen Ruine Doire na h-Innes, was immer das auch heißen mag.


Gerne wären wir an dieser Stelle einfach einmal geradeaus über die Hügel gelaufen, doch durch den Regen war der Boden so aufgeweicht, dass es uns die Stiefel auszog.

Von hier aus sieht man schon in der Ferne in Richtung Fort William die Eisenbahnbrücke.

Der dunkle Himmel, der einsetzende Regen und die scheinbare Grenzenlosigkeit verleihen diesem Gebiet eine einzigartige Melancholie.

Eisenbahnbrücke hinter den Ruinen

Rannoch Station

Es dauert auch nicht mehr lange, und wir haben den kleinen Bahnhof Rannoch Station erreicht.


Bei Tee, Kaffee, Scones und Ingwertorte machen wir eine Rast in dem Tearoom des romantischen, kleinen Bahnhofs, als der Zug aus Richtung Mullaig/Fort William einfährt.

Dann geht es zurück am Loch Eigheach und am River Gaur vorbei, bis wir bei Rannoch Lodge wieder auf den Loch Rannoch stoßen.


Es geht auf der nördlichen Seite des Sees weiter und wir passieren Camusericht Lodge, wo ein kleiner Strand enlädt. Allerdings gibt es dort Zecken und wir mussten insgesamt drei Mal diese blöden Viecher mit einer Pinzette aus unseren Beinen herausdrehen.


Ausblick auf Rannoch Moor

McGregors Grab

Wir überqueren die Bridge of Ericht und lassen die Powerstation hinter uns.

Bei Killichonan wollen wir es wissen: liegt hier wirklich McGregor begraben, wie wir in einer Geschichte gelesen haben?

Es handelt sich hierbei nicht um 'Rob Roy', der hieß ja MacGregor.


Der alte Friedhof ist abgeschlossen und auf einem Schild warnt die Polizei vor dem Betreten. Egal, die Mauern sind nicht besonders hoch und nach wenigen Minuten finden wir das Grab von Robert McGregor, gestorben 1835. Es ist einer der wenigen Grabsteine, deren Inschrift noch zu entziffern ist. Es ist recht unheimlich hier und wir machen uns auf den Rückweg.


Durch die Wildnis in den hohen Norden

verhasster Krachmacher

Wir lassen Kinloch Rannoch hinter uns und biegen bei Balmore links ab auf die B847. Es hat nichts mit dem Castle Balmoral zu tun, wo im August die englische Königin verweilt.

Wunderbarer Weise herrscht dann im gesamten Gebiet des Tay Forest und anderswo Flugverbot für die Überschalljäger, die ansonsten dicht über das Gebiet hinwegjagen. Oft ist der Lärm an der Schmerzgrenze, und es ist eine echte Schande, dass die Schotten kaum Möglichkeiten haben, sich politisch gegen diese englische Bevormundung zu wehren.

Über Trinafour geht es weiter am Glen Errochty vorbei in nördlicher Richtung ab auf die A9. Links und rechts sind hohe Steinmassive unsere Begleiter, zu unserer Linken folgt der majestätische Ausblick auf das Glen Gary.

Bahnschienen begleiten uns einige Kilometer, die Schatten der Wolken gleiten über die Berge. Dann ein Schild 'Welcome to the Highlands' als wir in den Forest of Atholl fahren.

kurz hinter Calvine

A9, ich liiieeeebe Dich!

Zwischendurch wird die A9 zweispurig und das ist jedes Mal unsere Chance, langsame PKWs und LKWs zu überholen. Es ist recht heiß an diesem Tag und wir lächeln über die Schneestangen an beiden Seiten der Straße, die im Winter die Fahrbahn markieren.

Auf dem Rastplatz Ralia machen wir Pause, und finden, wie eigentlich überall in Schottland, sehr saubere sanitäre Anlagen vor. Auf der Weiterfahrt Richtung Aviemore wird der Verkehr immer dichter.

Als wir Aviemore erreichen, taucht eine riesige Felswand zu unserer Linken auf. Diese Felswand wird Nachts mit Scheinwerfern angestrahlt und ist weithin sichtbar.

Der River Spey, der seit vielen Kilometern unser Begleiter war, verlässt uns nun und als wir den River Dulnain überqueren, ändert sich die Landschaft. Die Strasse führt uns zwischen Kiefern und Heidekraut hindurch.

am River Dulnain

fast schon gelöscht

Dann Aufregung, als wir den River Findhorn überqueren und am Loch Moy vorbeifahren: im Kiefernwald vom Drummossie Muir tobt ein Waldbrand.

Löschfahrzeuge aus Inverness rücken an und überall ist Qualm. Zum Glück scheint die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu haben, wir können weiterfahren und erreichen Inverness.

Als wir die Brücke vom Longman Point nach Craigton überfahren, haben wir einen phantastischen Ausblick.

Links das Beauly Firth und rechts das Moray Firth. Kurz darauf sind wir auf der Halbinsel Black Isle. Eine langezogene Brücke führt uns weiter über den Cromarty Firth und wir sehen mehrere Bohrinseln auf der rechten Seite.

endlich Wasser in Sicht

Carbisdale Castle

Das Gelände ist inzwischen recht flach geworden, wir tanken noch einmal zu vernünftigen Preisen bei Kildary, bis wir Tain passieren und auf die A836 abbiegen.

Kurz nach Bonar Bridge halten wir und werfen einen traumhafen Blick von von einer hohen Brücke auf das Carbisdale Castle, auch Castle Spite genannt. Die Comtess of Sutherland, Mary Caroline Mitchell ließ es von 1906-1917 bauen.

Ein kurzer Stopp in Lairg folgt und wir stellen wieder einmal enttäuscht fest, dass es in schottischen Pubs immer seltener etwas zu Essen gibt.

Als die A836 sich in einen Single Track verengt, wird es Ernst und immer wieder muss ich an den Satz 'Altnaharra is not the Sahara' denken. Flaches Gebiet, umrahmt von Bergketten, wunderschöne Einsamkeit, auf der linken Seite begleitet uns ein kleiner Rinnsal, der Tirry. Eine Urlandschaft, hin und wieder Cattle Grids.

auf in die Sahara

es ist einsam hier

Wir kommen nach Crask Inn, zu unserem Erstauen weist ein Schild in deutscher Sprache auf Lämmer hin.

Dann erreichen wir Altnaharra, wir kommen weiter nördlich am Loch Loyal vorbei. Viele Bremsen gibt es hier, hin und wieder sind die Reste von verlassenen Häusern zu sehen. Sie dienen nun als als Unterkünfte für die Schafe in kalten Nächten. Wollgras, Farn, Heide und Birken sehen wir während wir vorbei am kleinen Loch Croggie immer höher kommen.

Dann ist der wunderschöne, einsame Ritt durch die Wildnis zuende, wir erreichen Tongue und werden mit einem fantastischen Blick auf die Bucht von Tongue belohnt.

Wir machen einen Abstecher nach Durness über die A838 um die Höhlen von Smoo Cave zu besuchen. Vorbei an einer kleinen Jugendherberge geht es über einen Damm in den Kyle of Tongue und es wird aufregend.

..fast geschafft

Loch Eribol

Die Landschaft verändert sich, wird zunächst felsig und flach, um dann über ein 15 %-Gefälle in eine Berg- und Talfahrt durch eine grandiose Landschaft überzugehen. Weiter am Loch Eribol auf die andere Seite. Neben verfallenen Häusern stehen hier viele Wohnwagen von Aussteigern. Die Berge geben den Blick auf eine große Bucht mit weißem Strand frei, wir haben das Gefühl, uns irgendwo am Mittelmeer zu befinden, nur die vielen Bremsen, die hier herumschwirren, passen nicht ins Bild. Der Weg geht steil nach oben und schlängelt sich weiter Richtung Durness, wir sind immer auf der Hut vor Schafen auf der engen Straße.

Nach dieser aufregenden Fahrt ist die kühle Höhle von Smoo Cave eine Erholung für uns. Es ist beeindruckend schön hier, wir lauschen den Wassertropfen, die teilweise aus einer Höhe von 25 Metern von der Höhlendecke herunterfallen. Nun geht es den gleichen Weg wieder zurück und immer wieder müssen wir vor dem Gegenverkehr in eine Parkbucht ausweichen.

Glücklich erreichen wir Tongue und fahren auf der A836 nahe des Atlantik weiter.

Smoo Cave

Ruine bei Castletown

Auf Single Tracks geht es weiter, bei Coldbacki haben wir eine unvergleichliche Aussicht auf das Meer, eine Kuh versperrt uns vor einem Cattle Grid den Weg. In der Abendsonne genießen wir die Aussicht auf die Bucht von Bettyhill, dann wird die Straße wieder breiter, und wir fahren ein Stück von der Küste weg. Über Armadale, Strathy, Melvich erreichen wir Thurso. Auf gerader Strecke geht es weiter nach Castletown, vorbei an alten Burgruinen und wir beschließen, hier auf der Rückfahrt vorbeizuschauen.

Die Bucht von Dunnet breitet sich vor uns aus, ein fantastischer Anblick.

Endlich erreichen wir Dunnet Head, den nördlichsten Punkt Schottlands.

Laut Beschreibung befindet sich unser Bed and Breakfast Quartier neben der einzigen Telefonzelle in Brough.

B&B in Windhaven

Karl-Heinz, der nördlichste Büffel

Wir steigen aus, und werden vom ersten Highland-Büffel auf dieser Route begrüßt.


Freundlich werden wir im Haus Windhaven begrüßt und nachdem wir unser Gepäck abgeladen haben, fallen wir halb verhungert in das 'Northern Sands' ein.

Nach einer bescheidenen Zeche von 33 Pds geht es zurück in unsere Bed & Breakfast-Unterkunft.

Wir finden alles was wir brauchen, sogar Internetanschluss.

Wir prüfen kurz unsere Emails aus der Heimat und genießen hinterm Haus die Aussicht auf 30 Meter hohe Klippen.

Abendstimmung in Dunnet Head

Steilklippe

Am nächsten Morgen geht es gut abgefüllt nach einem ausgiebigen typischen britischen Frühstück weiter auf der B855 in nördlicher Richtung.


Vorbei geht es an sinnigen Namen wie 'Many Lochs' und 'Long Loch'.

Endlich erreichen wir unser Ziel: Dunnet Head, den nördlichsten Punkt Schottlands mit seinem Leuchtturm.

Wir werfen einen Blick auf die Orkney Inseln und es geht zurück zur Bucht Dunnet Bay. Dort befindet sich der schönste Strand Schottlands, er ist sogar noch besser als der etwas kleinere bei Bettyhill.

der nördlichste Punkt Schottlands

Dunnet Bay, welch ein Badestrand...

Natürlich sind die Strände von Morar, Arisaig, Uist und Harris auch nicht zu verachten.

Weißer Sand und klares Wasser, selbst Römö und Amrum können da nicht mithalten.

Wir haben zwar keine Badesachen dabei, aber das lassen wir uns nicht entgehen. Selbst ein Bademuffel wie ich geht in Unterhose in das Wasser und schwimmt eine kurze Strecke in dem eiskalten Atlantik, schließlich hilft Salzwasser gut gegen Midges-Bisse.

Unter Protest der Kinder verlassen wir dieses Badeparadies und es geht zurück über die A836 nach Thurso.

am Strand von Dunnet Bay

an der Ostküste - Dunbeath

Diesmal statten wir der alten Ruine bei Castletown den versprochenen Besuch ab. Über die A882 und die A895 geht es durch Heidelandschaft, in der Torf gestochen wird, weiter an die Ostküste auf die A9. Ab Dunbeath - hier lebte Neill M. Gunn - wird es aufregend.

Die offene See zur Linken ist nun unser Begleiter und das Schild 'Try Your Brakes!' bei Berriedale sagt schon alles. Eine wahnsinnige Berg- und Talfahrt beginnt.

Wir können das Gummi unserer Bremsen riechen während es serpentinengleich landeinwärts runter und im nächsten Moment steil bergauf Richtung Meer nach Helmsdale geht.

Wir kommen durch die hübsche Kleinstadt Bora mit ihrer Destillery. Dunrobin Castle sieht recht neu aus, und das bedeutet hohe Eintrittpreise, also fahren wir weiter. Nachdem wir die lange Brücke bei Durnoch überquert haben und Tain erreichen, schließt sich die Rundreise.

an der Ostküste

Brücke zum Fluss in Avimore

Es geht wieder über die große Brücke über den Morray Firth bei Inverness und wir erreichen Aviemore.

Bei Fish and Chips ruhen wir uns aus und setzen den Rest der Rückreise fort. Nach zügiger Fahrt über die A9 nehmen wir bei Glen Gary einen kleinen Nebenweg Richtung Trinafour.

Es ist ein recht enger Weg, der sich auf und ab durch eine grandiose Landschaft schlängelt.

Immer wieder laufen Schafe auf die Straße und wir kommen nur langsam vorwärts, bis wir den Ben A' Chuallaich wie einen Giganten vor uns sehen. Vorbei geht es an der Powerstation Trinafour und wir sehen einen Einheimischen beim Rasenmähen: er trägt einen schwarzen Moskitoschutz. Die Sonne steht schon recht tief, als wir durch Schwärme von Midges zurück in unser Quartier fahren.


Bens und Glens - Schiehallion-Road zum Loch Tay

Wir starten am Friedhof von Kinloch Rannoch in süd-östlicher Richtung.

Gleich am Anfang weist uns ein Schild darauf hin, dass diese Strecke nichts für Busse und schwer beladene PKW ist.


Zu Recht, wie wir erfreut feststellen, als wir südlich am Dunalastair Water vorbeifahren.

Schiehallion Road

 

 

Auf dieser kaum befahrenen Strasse haben wir alle Zeit der Welt.


Eine Traumlandschaft, gespickt mit Schafen.

Rechts breitet sich der Schiehallion in seiner ganzen Pracht aus, während die Sonne am Himmel lacht.

Die enge Straße schlängelt sich aufwärts durch eine abwechselungsreiche Heidelandschaft.

Es dauert nicht lange und wir erreichen das Loch Kinardochy, es liegt jetzt links vor uns.

Loch Kinardochy

 

 

Wir sehen zahlreiche Angler. Kurz vor White Bridge stoßen wir auf den alten General Wade's Military Road, den wir bei Keltneyburn verlassen und links abbiegen.


Zunächst geht es durch einen Wald, dann sieht die Landschaft aus wie in Bayern, bis wir Fortingall erreichen und zu unserem Erstaunen mehrere Häuser mit Reetdächern vorfinden.

Links begrenzt eine alte Steinmauer den Weg, rechts geht es steil abwärts, nur der River Lyon begleitet uns.

Hinter Fortingale biegen wir rechts ab und folgen dem Fluss. Vorbei gehts es an Ruined Stone Bridge mit seinem mächtigen Wasserfall.

Irgendwo hier soll Carnbane Castle sein, aber das ist so winzig, dass wir es nicht finden.

Ruined Stone Bridge

Taymouth

über Invervar geht es weiter durch ein zeitloses Tal, das als das schönste Schottlands gilt. Es geht über Brücken, unter denen Wildwasser fließt. Ein hoher Berg reiht sich an den anderen.

Wir erreichen Bridge of Balgie und biegen links ab und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: da grasen zwei Lamas!

Ständig tummeln sich Schafe auf der engen Straße, ein Wildwasser rauscht uns entgegen, wir sehen eine ganze Herde Highland-Büffel im Tal grasen, links rauschen romantische Wasserfälle, rechts lärmen Wildwasserkaskaden. So muss ein Glen aussehen!

Der weitere Weg ist sehr eng und kurvenreich, Zur Rechten geht es über Hundert Meter steil abwärts, so dass wir bei Gegenverkehr jedes Mal die Luft anhalten.

Büffel im Glen

Staudam vor Ben Lawers Centre

Wilde Moorlandschaft, dann taucht auf der rechten Seite ein Staudamm auf und wir erreichen das Ben Lawers Visitor Centre.

Hier gibt es eine Ausstellung über Flora und Fauna der Umgebung

Steil führt die Straße nun hinunter zum Loch Tay, eine herrliche Aussicht. Über die A827 führt die Straße an Lawers und Fearnan am Loch Tay entlang, viele Segel- und Motorboote sind zu sehen.

Nach dem Tay Forrest Park erreichen wir Kenmore, mit dem Taymouth Castle. Nun sind wir in Aberfeldy, eine hübsche und interessante Kleinstadt. Eine urige, alte Wassermühle steht hier zum Verkauf an, doch unser Geld langt leider nicht mehr, deshalb fahren wir über die berühmte Brücke von Aberfeldy die B846 zurück.

wilde Wasser sind kalt....

nur für Schwindelfreie

Vorbei am modernen Castle Menzies geht es auf einer langweiligen Strecke. Durch Felder und Wälder, vor Glengoulandi hat uns die Einsamkeit und die schöne Wildnis wieder.

Auf der alten Militärstraße geht es in einer steilen Schußfahrt bei 7 % Gefälle wieder am Loch Kinardlochy vorbei, an einer Powerstation entlang und wir sind in Tummel Bridge. Hier ist nicht los und wir begeben uns wieder auf den Heimweg.


Schlossbesuch und Dudelsackflöten

Heute steht ein Besuch von Blair Castle auf dem Plan. Vorbei geht es durch das kleine, verschlafene Städtchen Kinloch Rannoch bis kurz vor Dunalastair. Vorbei geht es es über die B847 am Tay Forest Park entlang.

Kurz vor Trinafour stoppen wir und werfen einen Blick auf den 'schlafenden Riesen', einer Bergkette, die einem auf dem Rücken liegenden Riesen ähnelt. Es heißt, solange der Riese dort schlafend wacht, ist das gesamte Gebiet um den Loch Rannoch geschützt.

der schlafende Riese von Rannoch

tröööööt

Vorbei am beeindruckenden Glen Errochty geht es weiter über Struen und Calvine zum weißen Schloß Blair Castle bei Blair Atholl.


Als ein Bagpiper, genau genommen ist es eine Bagpiperin, zum Sammeln bläst, beginnt der Schloßrundgang.

Eine beindruckende Waffensammlung begrüßt uns gleich am Eingang.

Kurioserweise führt ein junger Schwede, der gerade hier jobt, uns Deutsche durch ein schottisches Schloß und erzählt uns in astreinem Deutsch alles mehr oder weniger Interessante über das Lotterleben des Großadels.

Blair Castle (hier wohnt aber nicht Tony Blair)

das Bett von William and Mary

Leider ist das Photographieren im Schloß verboten, so dass mir nur wenige Bilder gelingen, ohne von den Wachen abgeführt zu werden.

Es heißt, hier liegt Diana begraben und wir machen uns auf die Suche. Enttäuscht erreichen wir eine Statue von Diana, der Göttin der Jagd - das nennt man Touristenfalle.

Die Bagpiperin hat es uns angetan und wir beschliessen, wenn schon nicht einen ganzen Dudelsack, so doch wenigstens eine Dudelsackflöte zu erstehen.

Bei Killiecrankie an der A9 machen wir kurz Halt und erfahren einiges über den berühmten 'Pass von Killicrankie', ein Meisterwerk der Baukunst. Endlich in Pitlochry angekommen, gibt es zur Stärkung 'Fish 'n Chips' in dem kleinen Fish & Ships Laden Ardchoille für 3,85 Pds.

Noch ein Prunksaal

Pitlochry, I love you

Bei den gesalzenen Preisen auf der britischen Insel sind wir kurz darauf erstaunt eine Dudelsackflöte für 5,99 Pds zu finden. Wir nehmen gleich zwei davon, man kann nie genug davon haben.

Das Erlernen des Dudelsackspielens erfordert übrigens 7 Jahre Übung, eine Flöte hoffentlich etwas weniger. Martina konnte die 'Dancing Queen of Aberdeen' schon nach wenigen Stunden mit hohem Erkennungswert spielen.


Wir gehen ein Stückchen weiter am Bahnhof vorbei und besuchen die Spielhalle neben einem kleinen Vergnügungspark für Kinder. Magisch zieht uns ein Münzautomat an, der uns schon vor Jahren in London beinahe ruinierte: man wirft 10 Pence Stücke ein und hofft, dass sie die weiter unten, hinter einer Glasscheibe liegenden Münzen, soweit vorgeschoben werden, dass sie als Gewinn durch den Münzschacht herausfallen. Die Münzen liegen so dicht an der Kante, dass wir überzeugt sind, beim nächsten Wurf gehören sie uns. Nach ein paar Minuten besitzen wir nur noch 2 Pfund und die werfen wir in ein Autorennspiel. Ausgerechnet unser Jüngster gewinnt alle Rennen.

Staudam am  Loch Fiskally

die Wackelbrücke

Dann sind wir pleite und besuchten die 'Fish Ladder'. Hier staut sich der Loch Fiskally und über 'Treppen' in Form von Rohren können die Fische in den tieferliegenden River Tummel schwimmen.

Am Festival Theatre vorbei erreichen wir eine witzige, grüne Hängebrücke über den River Tummel. Sie schwankt und trotz eines Verbotsschildes schaukeln wir hin und her. Dann neigt sich der Tag dem Ende entgegen und wir fahren zurück über die A9 ins Quartier.


Harry Potter und der Local Hero

Der Himmel ist bedeckt, es nieselt.

Ein Greifvogel erhebt sich erschrocken in die Lüfte, eine Schar von 20-25 Krähen flüchtet und die Schafe heben verschlafen ihre Köpfe als wir an diesem frühen Morgen über einen Schleichweg Richtung Westküste starten. Die Wolken fliegen tief am grauen Himmel, Dauerregen hat eingesetzt und Melancholie liegt über der Berglandschaft.

Wir passieren Arch Bridge und biegen bei Calvine auf die A9 in nördlicher Richtung ab.

Es gibt kein schlechtes Wetter in Schottland

Arc Bridge

Kurz vor Fort William biegen wir auf die A830, der Regen lässt kurzfristig nach und wir fahren durch Corpach hindurch. Industrieanlagen, eine langweilige Strecke folgt, der Loch Eil kommt in Sicht.

Wir passieren Fassfern, die Wasserfontänen der entgegenkommenden LKW behindern die Sicht. Die Landschaft wird wieder faszinierend, eben richtig 'schottisch', auch wenn Regen und Nebel die Sicht auf die Berge versperren.

Links taucht Loch Shiel auf, ein 'Rumple Strip' zwingt uns, langsamer zu fahren.

Die Bahnstrecke begleitet uns ab hier durch die atemberaubende Landschaft.

Wir kommen an eine Stelle, an der wir unwillkürlich an den Film Local Hero denken; hier könnte die Stelle aus dem Film sein, an der das Kaninchen angefahren wurde.

es ist soooo schön hier.....

viele Wasserfälle am Wegesrand

Hohe, schroffe Felswände, aus denen hin und wieder Wasserfälle entspringen und auf die Straße fließen. In all dieser wunderschönen, gigantischen Natur kommen wir uns auf einmal sehr klein vor.

Es geht am Loch Eilt vorbei, die Bahnschienen laufen nun am linken Ufer weiter, während wir auf der rechten Seite des Lochs bleiben.

Am Ende des Lochs kreuzen die Bahnschienen wieder unseren Weg, auf einer alten Steinbrücke führen sie über die Straße hinweg auf die andere Seite.

Riesige Felswände, die uns wie Wegweiser führen, eine alte Brücke, dann erreichen wir das Meer. Knorrige Bäume begrüßen uns, Torf scheint aus den Fels zu sickern und wir befinden uns plötzlich auf einem einzigartigen Single Track.

Loch Eilt gleich wird es eng.....

Was dann folgt, ist nichts für schwache Nerven. Es geht serpentinenartig durch einen tiefen Wald, geknickte Schilder weisen auf die vielen scharfen Kurven hin, es geht auf und ab, und die Straße ist teilweise höllisch eng. Mittendrin treffen wir die Eisenbahnschienen wieder. Kurz darauf können nur nur ahnen, dass sie nun auf den Brücken verlaufen, unter denen wir durchfahren. Wir erreichen Arisaig und sehen das Meer wieder. Zu unserem Erstaunen ist die Straße hier neu ausgebaut und mehrspurig.

Als wir Morar erreichen, wähnen wir uns am Ziel und fragen einen alten Schotten nach dem Drehort des Films 'Local Hero'.

Nun, meint der, an der naheliegenden Bucht wurden tatsächlich Teile des Films gedreht, doch die dazugehörigen Häuser wurden nur für den Film gebaut, mit Ausnahme einiger an der Ostküste. Die berühmte Kirche allerdings ist seit Jahren in Privatbesitz und befindet sich nahe Lochailort, erfahren wir weiterhin.

die Kirche aus "Local Hero" der Hogwart Express

Nun folgt die Abfahrt des 'Hogward-Express' in Mullaig. Es ist zwar nicht die Original-Dampflok, die in den Filmen 'Kammer des Schreckens' und 'Stein der Weisen' mitgespielt hat, aber die Waggons sind echt.

Die Lok ist der 'Jacobite, the Lord of the Isles'. Die Gesamte Fahrt von Mullaig bis Fort William ist 42 Meilen lang und dauert etwa 2 Stunden. Erwachsene zahlen für eine einfache Fahrt 18,50 Pds, Kinder 10 Pds. Fahrten werden ab Mitte Juni bis Anfang Oktober angeboten.

Die Abfahrt dauert noch etwas und wir setzen uns an den wunderschönen, malerischen Hafen von Mullaig und essen jeder eine Portion Chips.

Es ist malerisch schön hier, und beim Füttern der großen Seemöwen vergessen wir die Zeit - der Hogward-Express ist ohne uns abgefahren. Wir steigen in den Wagen und eine irre Verfolgungs- jagd beginnt.

der Hafen von Mullaig wo ist der Zug?

In Rekordzeit fahren wir die wilde Achterbahnstrecke Richtung Loch Eilt zurück.


Kurz vor Lochailort ist sie zum ersten Mal neben uns. Urplötzlich kommt uns der 'Local Hero' dazwischen: da ist sie, die Kirche aus dem Film. Wir haben sie gefunden, doch der Hogward-Express scheint nun das Rennen gewonnen zu haben.

Die Jagd weiter, die Straße ist zu unserem Glück frei und wir können gut Tempo machen.

Wir können ihn schon riechen, denn er zieht eine mächtige Dampfwolke hinter sich her und tatsächlich: hinter Ranochan ziehen wir an ihm vorbei.

Wir fahren auf den Parkplatz bei Glenfinnan, klettern bei immer noch strömenden Regen über einen Zaun und klettern eine matschige Anhöhe hinauf.

Da ist er wieder! Glenfinnan Viaduct

Dann kommt er dampfend über das riesige Viadukt, auf dem Harry Potter und Ron Weasley ihren tollen Stunt mit dem Ford Anglia hingelegt hatten.


Wir haben gewonnen! Zwar wurde der Film von der anderen Seite des Viadukts gedreht, aber das ist uns für Heute egal. Füße und Klamotten sind nass und wir fahren Heimwärts ins Trockene.


Nessie und der Highländer

...nur ein Trickbild ;-)

Auf unserem Weg in nördlicher Richtung verlassen wir die A9 am Ende des Loch Ericht. Auf der A889 passieren wir Dalwhinnie mit seiner kleinen Destillery und biegen bei strömenden Regen auf die A86. Vorbei geht es am Loch Laggan, auf der linken Seite strömender Regen während rechts die Sonne lacht.



Schilder mit der Aufschrift 'Hidden dip' warnen vor Schlaglöchern, Heide, Birken und Kiefern tanzen vorbei.

Die Bergkette um uns herum wirkt bedrohlich wie eine Armee von Riesen.

Wir sehen riesige Sandstrände und zwischendurch versteckte Castles auf der anderen Uferseite, bis wir das Glen Spean erreichen.

Vor Ferrit sehen wir ein Sperrwerk, bei Roybridge scheinen wir jeden Moment die Wolken zu durchstoßen.

verlassene Häuser....

...wo ist der Ben Nevis?

Bei Spean Bridge sehen wir die 3 Berge Ben Nevis, Stob Choire Claurigh und Chno Dearg wie Giganten zwischen den vorbeiziehenden Wolken hin und wieder auftauchen.

Ein beeindruckendes Schauspiel, sogar die Kinder sind für einen Moment still. Dann geht es rechts die A82 nach Invergary hinauf vorbei am Loch Lochy. Die Straße schlängelt sich durch eine phantastische Urlandschaft, tief fliegende Wolken und hohe Berge begleiten uns. Es ist atemberaubend wild und zugleich bedrückend.

Wir erreichen Laggan - hier gibt es eine Jugendherberge - und machen eine Rast in Invergary. Es gibt Scones und Shortbread, lecker.

Als wir nun auf die A87 abbiegen, liegt zu unserer Linken Loch Gary, an dem es viele Lachsfarmen gibt. Wir sind erschrocken über die vielen abgeholzten Wälder in diesem Gebiet. Während es immer höher geht, fallen uns die vielen jungen Kiefern Nahe Loch Loyne auf, die erst vor Kurzem neu angepflanzt wurden.

kurz vor Laggan

vorbei an den "Five Sisters"

Vorbei geht es an einer Urlandschaft, begleitet von den Five Sisters, einer hohen Bergkette.

Immer wieder sind wunderschöne Wasserfälle zu sehen. Nach Shiel Bridge kommt der Loch Duich: eine irre Aussicht auf den See, es folgt eine Straße, die durch einen riesigen Fels gesprengt ist. Inverinate, eine kleine Stadt, die nur aus neuen Häusern besteht und so gar nicht in das Gesamtbild passt. Hier gibt es Bed & Breakfast satt.

Inzwischen ist die erste Etappe erreicht - Eilean Donan Castle, einen der Drehorte des Films 'Der Highländer".

Wir sind etwas enttäuscht, denn das Schloß sieht viel zu 'neu' aus. Eine Familienkarte kostet hier stolze 9,50 Pds. Wir sparen das Geld für die Nessie-Exhibition und drehen um. Es geht zurück auf der A87. Nach den Regenfällen der letzten Stunden ist plötzlich die Sonne wieder da.

Eilean Donan Castle, Drehort Highlander

vorbei an Donan Castle...

Fast bedauern wir es, denn dadurch verliert die Landschaft etwas von ihrem Schwermut der Ewigkeit.


Als die Sonne spielerisch ihre Strahlen auf die Berge wirft, lassen jedoch die Schattenspiele die Landschaft auf faszinierende Weise plastisch erscheinen, wie in einer anderen Welt. Am Ende des Loch Cluanie, kurz hinter dem Damm, geht es links auf die A887.

Am Glen Moriston vorbei wird die Landschaft wieder flacher, neben uns schlängelt sich ein Zulauf zum Loch Ness.

Zwischendurch geht es auf einen beliebten Single Track. Beliebt deshalb, weil man nie weiß, wie breit und wie schnell ein entgegen- kommendes Fahrzeug ist. Das Geräusch eines wegfliegenden Außenspiegels ist übrigens nicht sehr schön, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

abgeholzte Wälder überall....

ein Nessie-Fossil?

Nach Tomcrascy wird es wieder 2-spurig, durch Birken- und Tannenwäldern hindurch geht es nun nach Invermoriston, ein leichter Linksschwenker und sind wir am Loch Ness.

Es dauert keine 20 Minuten und wir haben Drumnadrochit erreicht und zahlen die Rekordsumme von 14,95 Pds für eine Familienkarte.

Dafür hat sich seit unserem letzten Besuch vor 14 Jahren die Ausstellung gewaltig verbessert.

Es gibt inzwischen mehrsprachige Firmvorträge. Man geht in in einer grottenähnlichen Kulisse von Raum zu Raum und lauscht den Vorträgen.

bitte nicht mit Steinen werfen!

Urquhart Castle - Waaaahnsinn!

Bei strömenden Regen erreichen wir Urquhart Castle und sehen etwas Einmaliges:

Ein perfekter Regenbogen spannt sich von der linken Seite hinter dem alten Klostern hinüber zur rechten. Urquhart Castle ist nun von einem Regenbogen umspannt während es aus Eimern schüttet. Die Krönung ist ein zweiter Regenbogen, der sich um den ersten schließt. Das ist wieder so ein einmaliges Bild, bei dem sogar unsere Kinder auf einmal still sind.


eine uralte TankstelleEine einsame, ehemalige Tankstelle

 

Kaum haben wir schwer beeindruckt die Heimreise angetreten, als wie per Knopfdruck die Sonne am Himmel lacht. Es stimmt, jedes Tal in Schottland hat sein eigenes Wetter.

Wir fahren weiter durch das malerische Fort Augustus und überqueren den Caledonian Canel der weiter zum Loch Lochy führt. Einzelne Wolkenfetzen schweben nur wenige hundert Meter von uns entfernt durch die Landschaft, als wir in die Abendsonne hinein fahren.


Anreise mit dem Schiff

 



05.30 Uhr, der Dachgepäckträger wird montiert, dann beginnt die Reise. In Deutschland geht die Fahrt zügig voran, doch nach der holländischen Grenze ist es vorbei mit der Herrlichkeit.

Trotz Warnungen von Bekannten fahren wir die Strecke über Groningen nördlich weiter auf dem Damm über das Ijsselmeer. Umleitungen und viele Staus, Alkmaar ist eine schlecht ausgeschilderte Katastrophe. Dennoch erreichen wir den Felison Terminal in Amsterdam/Ijmuiden rechtzeitig.

Das Einschiffen scheint endlos zu dauern, doch endlich stürmen wir neugierig unsere 4-Mann Standardkabine auf der Prince of Skandinavia. Es ist genug Platz für 2 Erwachsene und 2 Kinder für eine bequeme Übernachtung vorhanden. Dusche und Klo sind sauber und zweckmäßig.

Gespannt verfolgen wir das Ablegen des Schiffes. Im Rückwärtsgang verlässt es den Terminal und nach einer halben Drehung geht es endlich los in Richtung Newcastle.

Die Prince of Skandinavia



Das Abendessen - ein Dinnerbuffet - ist reichhaltig und gut. Danach sind wir so gesättigt, dass wir an irgendwelchen Aktivitäten oder Unterhaltungen an Bord nicht mehr interessiert sind, sondern nur noch in der Kabine faulenzen oder kurz an Deck etwas Seeluft schnuppern oder das Schiff inspizieren.

Wider Erwarten ist die Luft in der kleinen Kabine recht gut, die kleine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass die verbrauchte Luft schnell erneuert wird.

Die See ist in dieser Nacht ruhig, die Tabletten gegen Seekrankheit werden nicht benötigt und wir finden alle genug Schlaf.

Am nächsten Morgen machen wir uns frisch und stürmten das Frühstücksbuffet im 'Seven Seas Restaurant'.

Auch hier bleiben keine Wünsche offen und gestärkt gehen wir an Deck um Ausschau nach Newcastle zu halten. Die Lautsprecherdurchsage fordert in 3 Sprachen auf, sich zu den Wagen zu begeben.

Kabine auf der Prince of Skandinavia

Auf nach Newcastle

Wir landen bei strahlendem Sonnenschein an den Royal Quays und nun folgt das, vor dem mir am meisten graut: durch Newcastle hindurch auf die A696 in Richtung Jedburg zu gelangen.

Der Linksverkehr ist an diesem heißen Tag nicht so sehr das Problem, vielmehr sind es die üblichen Probleme, sich in einer fremden Stadt im dichten Verkehr zurechtzufinden. Kompliment an die dortigen Autofahrer, sie sind sehr rücksichtsvoll.

Wir folgen dem Wegweiser in Richtung Flughafen und als wir den kleinen Ort Ponteland erreichen, ist das Schlimmste geschafft.

Die Spannung steigt und die Kinder fragen immer wieder, ob wir schon in Schottland sind. Die Landschaft wird nun hügeliger und lässt uns die langweilige und mühselige Strecke durch Holland vergessen. Immer atemberaubender wird die Landschaft, es geht auf und ab.

Der Pier von Newcastle

 


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