Nessie und der Highländer

...nur ein Trickbild ;-)

Auf unserem Weg in nördlicher Richtung verlassen wir die A9 am Ende des Loch Ericht. Auf der A889 passieren wir Dalwhinnie mit seiner kleinen Destillery und biegen bei strömenden Regen auf die A86. Vorbei geht es am Loch Laggan, auf der linken Seite strömender Regen während rechts die Sonne lacht.



Schilder mit der Aufschrift 'Hidden dip' warnen vor Schlaglöchern, Heide, Birken und Kiefern tanzen vorbei.

Die Bergkette um uns herum wirkt bedrohlich wie eine Armee von Riesen.

Wir sehen riesige Sandstrände und zwischendurch versteckte Castles auf der anderen Uferseite, bis wir das Glen Spean erreichen.

Vor Ferrit sehen wir ein Sperrwerk, bei Roybridge scheinen wir jeden Moment die Wolken zu durchstoßen.

verlassene Häuser....

...wo ist der Ben Nevis?

Bei Spean Bridge sehen wir die 3 Berge Ben Nevis, Stob Choire Claurigh und Chno Dearg wie Giganten zwischen den vorbeiziehenden Wolken hin und wieder auftauchen.

Ein beeindruckendes Schauspiel, sogar die Kinder sind für einen Moment still. Dann geht es rechts die A82 nach Invergary hinauf vorbei am Loch Lochy. Die Straße schlängelt sich durch eine phantastische Urlandschaft, tief fliegende Wolken und hohe Berge begleiten uns. Es ist atemberaubend wild und zugleich bedrückend.

Wir erreichen Laggan - hier gibt es eine Jugendherberge - und machen eine Rast in Invergary. Es gibt Scones und Shortbread, lecker.

Als wir nun auf die A87 abbiegen, liegt zu unserer Linken Loch Gary, an dem es viele Lachsfarmen gibt. Wir sind erschrocken über die vielen abgeholzten Wälder in diesem Gebiet. Während es immer höher geht, fallen uns die vielen jungen Kiefern Nahe Loch Loyne auf, die erst vor Kurzem neu angepflanzt wurden.

kurz vor Laggan

vorbei an den "Five Sisters"

Vorbei geht es an einer Urlandschaft, begleitet von den Five Sisters, einer hohen Bergkette.

Immer wieder sind wunderschöne Wasserfälle zu sehen. Nach Shiel Bridge kommt der Loch Duich: eine irre Aussicht auf den See, es folgt eine Straße, die durch einen riesigen Fels gesprengt ist. Inverinate, eine kleine Stadt, die nur aus neuen Häusern besteht und so gar nicht in das Gesamtbild passt. Hier gibt es Bed & Breakfast satt.

Inzwischen ist die erste Etappe erreicht - Eilean Donan Castle, einen der Drehorte des Films 'Der Highländer".

Wir sind etwas enttäuscht, denn das Schloß sieht viel zu 'neu' aus. Eine Familienkarte kostet hier stolze 9,50 Pds. Wir sparen das Geld für die Nessie-Exhibition und drehen um. Es geht zurück auf der A87. Nach den Regenfällen der letzten Stunden ist plötzlich die Sonne wieder da.

Eilean Donan Castle, Drehort Highlander

vorbei an Donan Castle...

Fast bedauern wir es, denn dadurch verliert die Landschaft etwas von ihrem Schwermut der Ewigkeit.


Als die Sonne spielerisch ihre Strahlen auf die Berge wirft, lassen jedoch die Schattenspiele die Landschaft auf faszinierende Weise plastisch erscheinen, wie in einer anderen Welt. Am Ende des Loch Cluanie, kurz hinter dem Damm, geht es links auf die A887.

Am Glen Moriston vorbei wird die Landschaft wieder flacher, neben uns schlängelt sich ein Zulauf zum Loch Ness.

Zwischendurch geht es auf einen beliebten Single Track. Beliebt deshalb, weil man nie weiß, wie breit und wie schnell ein entgegen- kommendes Fahrzeug ist. Das Geräusch eines wegfliegenden Außenspiegels ist übrigens nicht sehr schön, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

abgeholzte Wälder überall....

ein Nessie-Fossil?

Nach Tomcrascy wird es wieder 2-spurig, durch Birken- und Tannenwäldern hindurch geht es nun nach Invermoriston, ein leichter Linksschwenker und sind wir am Loch Ness.

Es dauert keine 20 Minuten und wir haben Drumnadrochit erreicht und zahlen die Rekordsumme von 14,95 Pds für eine Familienkarte.

Dafür hat sich seit unserem letzten Besuch vor 14 Jahren die Ausstellung gewaltig verbessert.

Es gibt inzwischen mehrsprachige Firmvorträge. Man geht in in einer grottenähnlichen Kulisse von Raum zu Raum und lauscht den Vorträgen.

bitte nicht mit Steinen werfen!

Urquhart Castle - Waaaahnsinn!

Bei strömenden Regen erreichen wir Urquhart Castle und sehen etwas Einmaliges:

Ein perfekter Regenbogen spannt sich von der linken Seite hinter dem alten Klostern hinüber zur rechten. Urquhart Castle ist nun von einem Regenbogen umspannt während es aus Eimern schüttet. Die Krönung ist ein zweiter Regenbogen, der sich um den ersten schließt. Das ist wieder so ein einmaliges Bild, bei dem sogar unsere Kinder auf einmal still sind.


eine uralte TankstelleEine einsame, ehemalige Tankstelle

 

Kaum haben wir schwer beeindruckt die Heimreise angetreten, als wie per Knopfdruck die Sonne am Himmel lacht. Es stimmt, jedes Tal in Schottland hat sein eigenes Wetter.

Wir fahren weiter durch das malerische Fort Augustus und überqueren den Caledonian Canel der weiter zum Loch Lochy führt. Einzelne Wolkenfetzen schweben nur wenige hundert Meter von uns entfernt durch die Landschaft, als wir in die Abendsonne hinein fahren.


Anreise mit dem Schiff

 



05.30 Uhr, der Dachgepäckträger wird montiert, dann beginnt die Reise. In Deutschland geht die Fahrt zügig voran, doch nach der holländischen Grenze ist es vorbei mit der Herrlichkeit.

Trotz Warnungen von Bekannten fahren wir die Strecke über Groningen nördlich weiter auf dem Damm über das Ijsselmeer. Umleitungen und viele Staus, Alkmaar ist eine schlecht ausgeschilderte Katastrophe. Dennoch erreichen wir den Felison Terminal in Amsterdam/Ijmuiden rechtzeitig.

Das Einschiffen scheint endlos zu dauern, doch endlich stürmen wir neugierig unsere 4-Mann Standardkabine auf der Prince of Skandinavia. Es ist genug Platz für 2 Erwachsene und 2 Kinder für eine bequeme Übernachtung vorhanden. Dusche und Klo sind sauber und zweckmäßig.

Gespannt verfolgen wir das Ablegen des Schiffes. Im Rückwärtsgang verlässt es den Terminal und nach einer halben Drehung geht es endlich los in Richtung Newcastle.

Die Prince of Skandinavia



Das Abendessen - ein Dinnerbuffet - ist reichhaltig und gut. Danach sind wir so gesättigt, dass wir an irgendwelchen Aktivitäten oder Unterhaltungen an Bord nicht mehr interessiert sind, sondern nur noch in der Kabine faulenzen oder kurz an Deck etwas Seeluft schnuppern oder das Schiff inspizieren.

Wider Erwarten ist die Luft in der kleinen Kabine recht gut, die kleine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass die verbrauchte Luft schnell erneuert wird.

Die See ist in dieser Nacht ruhig, die Tabletten gegen Seekrankheit werden nicht benötigt und wir finden alle genug Schlaf.

Am nächsten Morgen machen wir uns frisch und stürmten das Frühstücksbuffet im 'Seven Seas Restaurant'.

Auch hier bleiben keine Wünsche offen und gestärkt gehen wir an Deck um Ausschau nach Newcastle zu halten. Die Lautsprecherdurchsage fordert in 3 Sprachen auf, sich zu den Wagen zu begeben.

Kabine auf der Prince of Skandinavia

Auf nach Newcastle

Wir landen bei strahlendem Sonnenschein an den Royal Quays und nun folgt das, vor dem mir am meisten graut: durch Newcastle hindurch auf die A696 in Richtung Jedburg zu gelangen.

Der Linksverkehr ist an diesem heißen Tag nicht so sehr das Problem, vielmehr sind es die üblichen Probleme, sich in einer fremden Stadt im dichten Verkehr zurechtzufinden. Kompliment an die dortigen Autofahrer, sie sind sehr rücksichtsvoll.

Wir folgen dem Wegweiser in Richtung Flughafen und als wir den kleinen Ort Ponteland erreichen, ist das Schlimmste geschafft.

Die Spannung steigt und die Kinder fragen immer wieder, ob wir schon in Schottland sind. Die Landschaft wird nun hügeliger und lässt uns die langweilige und mühselige Strecke durch Holland vergessen. Immer atemberaubender wird die Landschaft, es geht auf und ab.

Der Pier von Newcastle

 


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