Edinburgh -

die Hauptstadt auf sieben Hügeln

 

 

Als ich das erste Mal diese Stadt besuchte, gefiel sie mir überhaupt nicht.

Vielleicht lag es daran, dass meine Gedanken bereits in den Midlands und Highlands waren...

oder es lag einfach an dem trüben, grauen Wetter an diesem Tag.

Die Hauptstadt Schottland konnte mich nicht reizen.

In den folgenden Jahren jedoch kam ich immer wieder nach Edinburgh, dieser alten Stadt am Firth of Forth.

In erster Linie, um meinen alten Freund Neil und seine Familie zu besuchen.

Doch dann verliebte ich mich in die Stadt mehr und mehr.

Es hatte sich auch einiges getan,

Vor einigen Jahren wurden die schmutzigen Fassaden der Häuser mit Sandstrahl gereinigt....

und schon bekam die Stadt ein 'liebenswertes' Aussehen.

Es gibt kaum eine andere Stadt, in der man stundenlang laufen und immer wieder Interessantes sieht.

Und Sehenswürdigkeiten gibt es hier ohnehin jede Menge, sei es das Edinburgh Castle,

oder die Princess Street mit dem angrenzenden großen 'Garten' (beginnt gleich hinter der St. Johns Kirche)

 


Klar, die Princessstreet is natürlich der Hit,

all die Shops und Trödelläden...

 

 

Einfach immer nur weiter gehen - die Geschäfte nehmen kein Ende

... oder mal durch antike Seitenstraßen gehen....

...und wenn das Wetter mitspielt...

... kann man, bzw, frau hier den ganzen Tag vershoppen.

und immer wieder Grassmarket!

Hier tobt das Leben.


The Fringe

Jedes Jahr im August ist es soweit: The Fringe sind da. Künstler aller Richtungen machen hier ein wenig Werbung für ihre Veranstaltungen. Edinburgh besteht zwar sowieso vorwiegend aus Veranstaltungen, aber diese hier bringt wirklich Spaß.

 

Unvermittelt geraten wir in den Trubel

Bunte Stände

Merkwürdige Gestalten

Ah ja, die Typen aus dem Film 'Clockwork Orange'

Was wollen die uns sagen?

Oftmals recht bunt...

manchmal spärlich bekleidet

provozierend...

andere züchtig...

...einige belustigt, andere empört

...während andere sich einfach nur ausruhen...

Hier ist für jeden etwas.


Die Stadt unter der Stadt -

Mary King's Close

 

Überall sieht man sie - diese 'Close'. Irgendwie laufen wir ständig an ihnen vorbei. Zum Beispiel 'Old Fishmarket Close'. Klar, dort wurden früher Fische transportiert, ein ganz normaler Gang also. So wie alle anderen.... oder? Sie sehen doch eigentlich ganz harmlos aus.

Fishmarket Close

Wenn man die Arme austreckt, kann man schon stecken bleiben...

Close

Im mittelalterlichen Edinburgh gab es Hunderte solcher Gassen. Bis zu zwölf Stockwerke hohe Häuser verdeckten das Tageslicht. Die Menschen lebten auf engstem Raum. in den oberen Häusern wohnten die feineren Leute, unten waren kleine Geschäfte, Pubs und Bordelle und natürlich die, die keine Unterkunft hatten.

Viele dieser 'Close' - der Name stammt daher, weil sie nachts geschlossen waren (closed at night) besitzen eine grauenhafte Vergangenheit. Insbesondere das Mary King's Close. Hier lebten die Menschen zusammen mit dem Vieh, das praktischerweise gleich an Ort und Stelle geschlachtet wurde. Und das zwischen Dreck und Abfällen, Exkrementen und Ratten. Kein Wunder, dass hier die Pest ihre Opfer fand....

Highstreet Edinburgh

Zunächst geht es durch die High Street bis zum Eingang der "Stadt unter der Stadt" wie sie genannt wurde oder auch die "Peststraße". Lange Zeit war diese Gasse verschlossen. 1994 wurde sie erstmals wieder geöffnet. Dieser Close ist wohl der furchterregendste Platz in der ganzen Stadt.

Mary King war eine recht erfolgreiche Geschäftsfrau im 17. Jahrhundert, Tochter des reichen Advokaten Alexander King. Sie hat nichts mit Queen Mary zu tun, obwohl es im Vorraum neben unbeliebten sauren Drops auch Bücher über Queen Mary, die Königin der Schotten, zu kaufen gibt.

Doktor

Die Pest (lateinisch pestis ‚Seuche‘) ist eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, die dürch Flöhe und
Ratten übertragen wird. Gegen die Pest half auch weder eine Rabenmaske noch der lederne Umhang, den die Ärzte bei ihrem Kampf gegen die Pest trugen.

Neben Mary King's Close steht übrigens ein Regierungsgebäude. Teile der ehemaligen Peststadt befinden sich darunter und da die Briten ein wenig paranoid sind, darf in dem zwei Stockwerke tiefen Keller leider nicht photographiert werden.

Mary King's Close

In dieser Stadt gab es natürlich noch kein fließendes Wasser und keine Toiletten. Zweimal täglich wurden die Exkremente in den Close geschüttet. Wer unten in der Gasse lebte, hatte eben Pech gehabt.

Die Peststadt

Über viele Monate wütete die Pest, mehr als die Hälfte der Einwohner starben. Als Ursache wurde das Mary Kings Close gesehen und daraufhin wurde die Gasse an beiden Enden zugemauert. Ob mit ihnen die Bewohner ist nicht so ganz klar. Es heißt aber, dass viele eingemauert wurden und elendig starben, so dass ihre Seelen keine Ruhe fanden - sie spuken sie bis heute in den Resten von Mary Kings Close.

Auch wird von einem Vater berichtet, der die Pest hatte und der in die"Stadt unter der Stadt" zurückkehrte, um sich von seiner Familie zu verabschieden. Das Todesurteil für alle.

Die Raume sind winzig, sie erinnern an Viehställe. Wir kommen in einen winzigen Raum, Annie's Room. Jede Menge Puppen, Teddies und ähnliches liegt hier. Hinterlassen von Besuchern, damit sich die kleine Annie nicht fürchtet, nachdem ihre Eltern während der Zeit des Schwarzen Todes verschwanden.

Wir sind irgendwie erleichtert, als wir diesen Ort der Geschichte hinter uns lassen. Auch die 18 anderen Personen, die mit uns hinabgestiegen sind, wirken recht schweigsam und bedrückt. Ob wirklich noch viele dieser Toten als Geister ihr Unwesen treiben?

Auf dem Heimweg jedenfalls läuft uns einer dieser Geister über den Weg!

Geist

 


 

Arthur's Seat -

Ein Aufstieg mit Überblick

 

 

 

Da ist er - fast zum Greifen nahe. Edinburgh ist schließlich die Stadt der sieben Hügel und dieser sieht besonders interessant aus. Warum er Arthur's Seat heisst, ist nicht so ganz klar. Es wird gemunkelt, es hätte etwas mit König Arthur und dem Camelot Castle zu tun. Andere Gerüchte besagen es stammt aus dem Gälischen: Ard-na Said - "the height of arrows".

Zunächst einmal geht es über die High Street und Blair Street zum Cowgate.

Cowgate

Tja, Harry Potter - Kühe können einfach nicht apparieren...

Kühe können einfach nicht apparieren

Wir überlassen die Kühe ihrem Schicksal und erreichen den...

Holyrood Park

Holyrood Park, auch Queen's Park or King's Park genannt, je nachdem, wer gerade mit Regieren dran war.

Queen's Park or King's Park

Ich frage mich, ob das wieder so ein Gewaltmarsch wie nach Sandwood Bay wird,

Edinburgh von oben

aber das ist es bei weitem nicht. Ohnehin wird die Aussicht langsam interessant.

Nelson Monument

Im Hintergrund Carlton Hill mit dem Nelson Monument.

Danger

Vulkangestein - Arthur’s Seat ist vulkanischen Ursprungs.

Vulkangestein - Arthur’s Seat

Ein aufregender Blick auf Edinburgh, leider ist die Sicht etwas diesig.

Lavakuppel

Vulkangestein -  die Lavakuppel ist zwischen 300 und 360 Mio Jahre alt.

Merlin

Ob der Zauberer Merlin auch diese Stufen hochgestiegen ist?

Edinburgh Castle

Und das dort hinten? Richtig, das berühmte Edinburgh Castle.

Arthur’s Seat

Wir kommen zum Höhepunkt der Wanderung

höhste Punkt Edinburghs

Einmal bitte hier raufstellen und schon ist man der höhste Punkt Edinburghs!

Firth of Forth

Irgendwo dahinten ist der Firth of Forth...

City of Edinburgh

... und hier die City of Edinburgh.

Hangman's Rock und links das Duddingston Loch

Rechts der Hangman's Rock und links das Duddingston Loch

Dann geht es langsam wieder abwärts.

St Anthony's Chapel

St Anthony's Chapel, irgendwann im 15. Jahrhundert erbaut.

Nelson Monument

Noch ein letzter Blick in die Ferne,

St Margaret's Loch

dann erreichen wir St Margaret's Loch und beenden diesen schönen Ausflug.

 


Liebenswertes -

Impressionen einer alten Hauptstadt

 

In Edinburgh wohnen...

warum nicht, schließlich ist diese Stadt alles Andere als langweilig.

Historisch, oftmals schwer 'lesbar'...

Abseits des Luxus der Princess Street und George Street...

findet man sie...

... die kleinen Geschäfte, urig, arm und teils verlassen.

Aber Reichtum ist nicht alles,

und all der oberflächliche Glanz von Einkaufszentren ist eben nur oberflächlich.

Dieses aber hier ist echt,

und voller Geschichte.

Man wird einfach nicht satt,

stundenlang durch die Straßen zu laufen.

Immer wieder originelle, kleine Geschäfte,

und es lohnt sich, einfach einmal 'reinzuschnuppern'.

zu stöbern oder einfach mal einen Kaffee zu trinken...

Alt, aber bewährt...

Zeitzeugen und Erinnerungen an 'bessere' Zeiten...

... dunkle Gänge....

abgelegenes,

manchmal trist, manchmal bunt...

auch auf den Straßen

und in den Geschäften.

Immer wieder anziehend und originell...

einladend...

nie aufdringlich...

alt,

aber wunderschön.

Als wir Edinburgh wieder einmal verlassen müssen, führt uns Neil zu einem Feld außerhalb der Stadt. Es erinnert an den 'Bloody Saturday' am 10. September 1547. Seit der Zeit, als die schottischen Truppen von einem zahlenmäßig weitaus überlegenen Gegner vernichtet wurden, darf das Getreide dieses Feldes erst nach dem 10. September eines jeden Jahres geerntet werden.